Schlamm im Heizöltank ist ein natürliches Alterungsprodukt
Dass Heizöltanks verschlammen, ist kein seltenes Problem. Heizöl ist ein Naturprodukt, das mit der Zeit altert. Für die Ablagerungen am Boden – auch als Ölschlamm oder Ölschlick bekannt – gibt es verschiedene Ursachen, die sich in der Praxis überlagern.
- Partikel aus der Anlage: Aus Leitungen, Tankwandungen oder Armaturen lösen sich Rostpartikel, wenn metallische Werkstoffe mit Sauerstoff reagieren. Durch ihr Gewicht und die geringe Bewegung des Öls sinken sie zu Boden und bilden dort eine Schlammschicht.
- Reaktion des Brennstoffs: Reagiert das Öl mit Sauerstoff, fallen Feststoffe aus. Auch diese setzen sich am Tankboden ab und lassen die Schlammschicht mit der Zeit anwachsen.
- Aktivität von Bakterien: Befinden sich Mikroorganismen im Heizöl, verarbeiten diese organische Materialien und geben Schleim oder Fett ab – die Ölschlick-Schicht wächst zusätzlich.
Wie schnell die Verschlammung fortschreitet, hängt von den individuellen Umständen ab. In der Regel verschlammen Heizöltanks schneller, wenn Sauerstoff und Bakterien im Spiel sind. Über die langsame chemische Alterung entstehen dieselben Ablagerungen, die auch die Haltbarkeit von Heizöl begrenzen.
Nach der Befüllung ist das Heizöl weitgehend frei von Schwebstoffen – der Tankboden ist sauber.
Rostpartikel aus Leitungen und Wandungen sowie ausfallende Feststoffe sinken durch ihr Gewicht langsam zu Boden.
Am Tankboden wächst über Jahre eine Schicht aus Ölschlamm – Sauerstoff und Bakterien beschleunigen den Vorgang.
Werden die Partikel aufgewirbelt und angesaugt, verstopfen Leitungen, Filter und Düsen – die Ölheizung geht in Störung.
Verschlammte Heizöltanks führen zu Schäden an der Heizung
Setzt sich der Ölschlamm ruhig am Boden ab, ist das zunächst kein Problem: Die Ansaugleitungen haben in der Regel ausreichend Abstand zum Boden, sodass keine Partikel in den Kessel gelangen. Anders sieht es aus, wenn die feinen Teilchen aufgewirbelt werden – etwa beim Befüllen des Tanks. Dann kann die Heizung Ölschlamm ansaugen. Die Partikel verstopfen Leitungen, Filter oder Düsen, und die Ölheizung arbeitet nicht mehr zuverlässig. Sie geht häufig in Störung, und Wartungs- oder Reparaturarbeiten werden nötig.
Bevor die Ölheizung tatsächlich ausfällt, treten meist Warnzeichen wie eine geringere Heizleistung oder ein erhöhter Ölverbrauch auf. Erst danach zeigen sich die Folgen von zu viel Schlamm an verstopften Rohren oder Pumpen. Bleibt die Verschlammung unbeachtet, kann sich die Lebensdauer der Anlage verkürzen – unter Umständen müssen Sie den Heizöltank austauschen oder eine Öltank-Reparatur durchführen lassen.
Tankreinigung beseitigt den Ölschlamm effektiv
Wie viel Schlamm sich im Heizöltank befindet, lässt sich von außen meist nicht genau feststellen. Fachleute empfehlen daher eine regelmäßige Tankreinigung. Diese läuft in vier Schritten ab:
- Heizöl abpumpen: Zuerst pumpt der Fachbetrieb das übrige Heizöl ab und lagert es zwischen, sodass es später – frei von Schwebstoffen – wieder in den Tank kann.
- Ölschlamm absaugen: Ist das Öl heraus, wird der Schlamm abgesaugt. Das dickflüssige Medium wird gesammelt und anschließend fachgerecht entsorgt.
- Öltank innen reinigen: Der Tank wird von innen gereinigt und dabei zugleich auf seinen Zustand geprüft. Bei Bedarf empfiehlt sich eine Öltank-Reparatur.
- Heizöl einfüllen: Nach Abschluss der Arbeiten wird sauberes Heizöl eingefüllt. Kurz darauf können Sie die Heizung wieder störungsfrei in Betrieb nehmen.
Die Arbeiten sind in der Regel innerhalb eines Tages erledigt und sollten in regelmäßigen Abständen stattfinden. Bei Stahltanks empfiehlt sich ein Turnus von 5 bis 7 Jahren. Bei Kunststofftanks, in denen sich meist weniger Schlamm absetzt, genügen 7 bis 10 Jahre. Einen Überblick über passende Leistungen finden Sie auf unserer Seite Leistungen.
Tipp: So beugen Sie der Verschlammung vor
Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Verschlammung von Heizöltanks hinauszögern. Das Heizöl hält länger und Sie schonen die Anlage. Günstig ist es, Premiumheizöl zu bestellen: Es enthält Zusatzstoffe, die chemische Reaktionen verhindern oder zumindest verlangsamen. Darüber hinaus sind folgende Maßnahmen ratsam:
- Lagerung ohne Tageslicht: Heizöl reagiert auch mit UV-Licht und altert schneller, wenn es im Tageslicht steht. Es sollte daher möglichst dunkel lagern – das gilt vor allem für lichtdurchlässige Kunststofftanks.
- Konstante Temperaturen: Schwankt die Temperatur häufig, kann sich beim Abkühlen Kondensat bilden. Das Wasser tropft in den Tank und begünstigt die Verschlammung. Optimal sind gleichmäßige Temperaturen von 5 bis 15 Grad Celsius. Darunter können Paraffine ausfallen, darüber nimmt die Aktivität von Mikroorganismen zu.
- Geringer Sauerstoffeintrag: Je mehr Sauerstoff in den Tank gelangt, desto schneller verschlammt er. Halten Sie die Verbindung zwischen Tank und Kessel auf aktuellem Stand. Fachleute empfehlen, alte Zweistrangsysteme durch Einstrangsysteme zu ersetzen: Diese saugen weniger Öl an, arbeiten ohne Rücklauf, bringen kaum Sauerstoff ein und sind zudem sicherer.
Um trotz Schlamm im Heizöltank Schäden an der Anlage zu vermeiden, empfiehlt sich eine regelmäßige Tankreinigung alle 5 bis 10 Jahre. Sie verhindert die Verschlammung zwar nicht, schützt die Heizung aber vor den Folgen von zu viel Ölschlick.
Alternative: Öltank entsorgen und auf eine neue Heizung umsteigen
Wenn ein alter Öltank wiederholt verschlammt, korrodiert oder ohnehin bald ersetzt werden müsste, kann sich der Umstieg auf eine andere Heizung lohnen. Für Wärmepumpe, Fernwärme oder Pellets gibt es in Österreich attraktive Förderungen: Über die Bundesförderung „Raus aus Öl und Gas“ sowie die Wohnbau- bzw. Landesförderungen der Bundesländer lässt sich ein erheblicher Teil der Kosten decken. Die genaue Höhe hängt vom jeweiligen Programm und Bundesland ab.
Zusätzlich profitieren Sie: Sie reduzieren die Gefahr eines Ölunfalls, gewinnen Platz im Keller und senken langfristig oft Ihre Heizkosten. Einen Überblick über Kosten und Förderungen finden Sie in unserem Kostenüberblick. Bei Fragen zu Reinigung, Reparatur oder Entsorgung erreichen Sie uns jederzeit über die Seite Kontakt.