Leistungen & Ablauf

Heizöltank entsorgen: so läuft es in Österreich ab

Von der Prüfpflicht bis zur Bescheinigung: Wir erklären, wann eine Entsorgung nötig ist, welche Alternativen es gibt, welche Vorschriften nach AWG 2002 und Wasserrechtsgesetz gelten – und wie der Fachbetrieb Schritt für Schritt vorgeht.

Ausgangslage

Warum die Öltankentsorgung zunimmt

Immer mehr Haushalte in Österreich verabschieden sich von der Ölheizung. Wer die alte Anlage austauscht, wechselt häufig auch den Energieträger – hin zu Wärmepumpe, Fernwärme, Pellets oder Gas. Damit stellt sich fast immer die Frage: Was passiert mit dem alten Heizöltank?

Ölheizungen sind über die Jahre teurer und emissionsintensiver geworden. Steigende CO₂-Bepreisung und attraktive Förderungen wie „Raus aus Öl und Gas“ machen den Umstieg wirtschaftlich – und die fachgerechte Entsorgung des Tanks zum letzten Schritt eines sauberen Rückbaus.

Alte Ölheizung im Keller vor dem Austausch und der Öltankentsorgung

Prüf- & Austauschpflicht

Wann ist ein alter Öltank zu entsorgen?

Ob Sie den Heizöltank entsorgen müssen, hängt von Zustand, Alter und den behördlichen Prüfpflichten ab. In Österreich richten sich diese nach dem Wasserrechtsgesetz (WRG), den Verordnungen zu wassergefährdenden Stoffen sowie den Bauordnungen der Bundesländer.

Wiederkehrende Überprüfung nach WRG

Heizölanlagen sind regelmäßig durch befugte Sachverständige oder konzessionierte Fachbetriebe zu überprüfen. Prüfintervalle und Schwellenwerte ergeben sich aus dem Wasserrechtsgesetz und den Vorgaben der zuständigen Bezirkshauptmannschaft bzw. des Magistrats. Für größere Tanks und Anlagen in Wasser- und Schutzgebieten gelten strengere, kürzere Intervalle.

Wichtig: Sobald Sie Betreiberin oder Betreiber der Anlage sind, tragen Sie die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Zustand – unabhängig davon, wer den Tank ursprünglich eingebaut hat. Lassen Sie sich beim Hauskauf alle Prüfdokumente übergeben.

Diese Anzeichen sprechen für eine Entsorgung

  • Der Tankboden ist deutlich ausgebeult („Elefantenfüße“).
  • Die Oberseite hat sich abgesenkt, der Behälter ist sichtbar deformiert.
  • Kunststoffbehälter sind verfärbt oder zeigen Versprödungserscheinungen.
  • Stahlbehälter weisen Korrosion auf und drohen undicht zu werden.

Ölheizungen in Hochwasser- und Risikogebieten

Ein einziger Tropfen Öl kann 600 bis 1.000 Liter Wasser verunreinigen. In Überschwemmungs- und Risikogebieten gelten daher besonders hohe Anforderungen: vorgeschrieben sind etwa Maßnahmen gegen Auslaufen und Aufschwimmen der Behälter. Weil solche Nachrüstungen teuer sind, nehmen viele Haushalte sie zum Anlass, die Ölheizung samt Tank entsorgen zu lassen.

Unsicher, ob Ihr Tank entsorgt werden muss?

Fordern Sie eine unverbindliche Einschätzung durch einen regionalen Fachbetrieb an.

Optionen

Alternativen: stilllegen oder umrüsten

Wer die Ölheizung ausbauen lässt, muss den Tank nicht zwingend entsorgen. Je nach Situation ist das Stilllegen oder Umrüsten deutlich günstiger.

Vorübergehend stilllegen

Der Tank wird gereinigt, bleibt aber bestehen. Achtung: Die gesetzlichen Überprüfungspflichten gelten weiterhin, solange der Tank nicht endgültig stillgelegt ist.

Endgültig stilllegen

Anschlüsse und Armaturen werden entfernt, Erdtanks häufig mit Sand oder Erde verfüllt. So bleibt der Behälter im Boden – Ausbau- und Entsorgungskosten entfallen.

Umrüsten & weiternutzen

Mit Innenbeschichtung oder Kunststoffhülle lässt sich mancher Tank als Regenwasserzisterne oder Pelletspeicher weiternutzen.

Individuell entscheiden: Ob entsorgen, stilllegen oder umrüsten sinnvoll ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Ein Kellertank verbraucht viel Platz – oft wird nach dem Ausbau ein ganzer Raum frei. Ein Fachbetrieb aus Ihrer Region berät Sie zur passenden Lösung.

Recht & Vorschriften

Diese Vorschriften gelten in Österreich

Heizöl ist ein wassergefährdender Stoff. Beim Entsorgen gilt daher ein klarer rechtlicher Rahmen, der eine Kontamination von Boden und Grundwasser ausschließen soll. Maßgeblich sind:

  • Abfallwirtschaftsgesetz (AWG 2002): regelt die fachgerechte Sammlung, Behandlung und Entsorgung des Alt-Tanks und der Reststoffe.
  • Wasserrechtsgesetz (WRG): regelt Betrieb, Überprüfung und Auflagen für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.
  • Gewerbeordnung (GewO): legt fest, welche konzessionierten Fachbetriebe die Arbeiten durchführen dürfen.
  • Bauordnungen der Länder: ergänzende Vorgaben je nach Bundesland.

Fachbetrieb ist Pflicht

Reinigung, Stilllegung und Entsorgung eines Öltanks gehören in die Hände eines konzessionierten Fachbetriebs mit entsprechender Befugnis nach GewO und WRG. Die Fachleute verfügen über Erfahrung, Werkzeug und Haftung – und stellen sicher, dass kein Heizöl in die Umwelt gelangt. Ob in einzelnen Fällen Eigenleistung zulässig ist, weiß die zuständige Bezirkshauptmannschaft bzw. der Magistrat.

Regionaler Betrieb spart Kosten

Kurze Anfahrtswege senken die Kosten und ermöglichen kurzfristigere Termine. Wir arbeiten österreichweit mit regionalen Tankschutz-Fachbetrieben zusammen – von Vorarlberg bis ins Burgenland.

Erforderliche Nachweise & Meldungen

Je nach Bundesland und Anlagengröße ist das Vorhaben vorab bei der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft/Magistrat) anzuzeigen. Nach der fachgerechten Reinigung und Stilllegung erhalten Sie eine Bescheinigung, die als Nachweis dient. Bewahren Sie diese sorgfältig auf.

Restöl verkaufen? Sofern das Heizöl nicht verunreinigt ist, dürfen Sie es abpumpen und an andere Interessenten weitergeben lassen. Wichtig ist nur, dass das übrige Öl fachgerecht weitergegeben oder entsorgt wird.

Schritt für Schritt

Ablauf der Öltankentsorgung

Ob Kunststoff oder Stahl – die Arbeiten folgen einem bewährten Schema. Klicken Sie sich durch die acht Schritte oder lassen Sie die Grafik einfach durchlaufen.

Der regionale Fachbetrieb fährt mit dem Servicefahrzeug bei Ihnen vor – dank kurzer Anfahrtswege pünktlich und kostengünstig.

Die Monteurin oder der Monteur verschafft sich Zugang zum Tankraum und begutachtet die Anlage vor Ort.

Verwertbares Restöl wird abgepumpt – Ölschlamm wird getrennt aufgefangen und als gefährlicher Abfall entsorgt.

Der Tank wird von innen gereinigt: Ablagerungen und Ölschlick werden restlos entfernt.

Rohrleitungen und Armaturen werden von der Heizung getrennt und fachgerecht demontiert.

Der Tank wird zerlegt: Kellertanks werden vor Ort zerteilt, Erdtanks mit dem Kran gehoben.

Alle Reststoffe werden abtransportiert und nach AWG 2002 verwertet oder entsorgt.

Sie erhalten die Bescheinigung über die fachgerechte Reinigung, Stilllegung und Entsorgung – als Nachweis für die Behörde.

Die wichtigsten Schritte im Detail

01

Ölstand messen & Restöl abpumpen

Der Fachbetrieb stellt fest, wie viel Brennstoff der Tank noch enthält, und pumpt das Restöl ab. Ölschlamm am Tankboden wird als gefährlicher Abfall fachgerecht entsorgt.

02

Tank reinigen & demontieren

Nach der Reinigung werden Tank, Armaturen und Rohrleitungen von der Heizung getrennt. Kunststoff- und Stahltanks werden vor Ort zerteilt, um sie aus dem Keller zu transportieren. Erdtanks werden nach Rückbau der Leitungen mit einem Kran gehoben; die Grube wird verfüllt.

03

Bescheinigung ausstellen

Sind Öl, Tank, Rohrleitungen und Armaturen ordnungsgemäß entsorgt, erhalten Sie eine Bescheinigung über die fachgerechte Reinigung, Stilllegung und Entsorgung – als Nachweis gegenüber der Behörde.

04

Optional: Übergangsversorgung

Muss die Heizung im Winter getauscht werden, lässt sich die Zeit mit einer mobilen Heizung oder – bei neuer Gasheizung – mit Gasflaschen überbrücken. Für längere Zeiträume bietet sich ein Flüssiggastank an.

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