Industriedemontage-Firmen bauen Maschinen und Anlagen zurück
Bei der Industriedemontage geht es um den geordneten Rückbau oder die Zerlegung von Maschinen und Anlagen. Sogar ganze Produktionsstätten lassen sich durch eine Fachfirma zurückbauen, wenn diese nicht mehr erforderlich sind. Die Gründe für die Arbeiten sind ebenso vielschichtig wie die Einsatzbereiche erfahrener Betriebe. So entscheiden sich Anlagenbetreiber etwa vor einer Modernisierung, vor einer Umstellung des Betriebs oder vor dem Austausch veralteter Anlagenteile für den fachgerechten Abbau der Altanlagen. Das schafft Platz für Neues und hilft manchmal sogar, Engpässe in der Liquidität zu überbrücken.
Stilllegung, Modernisierung oder Verlegung von Maschinen und Anlagen
Den Anlass zur Industriedemontage bietet meist eine anstehende Modernisierung. Sind die vorhandenen Maschinen und Anlagen zu alt, lassen Anlagenbetreiber diese austauschen. Weitere Gründe für eine Industriedemontage sind:
- Austausch veralteter Maschinen und Anlagen
- Umstellung der Produktion auf neue Maschinen
- Verlegung eines gesamten Produktionsstandorts
- Entsorgung nicht mehr benötigter Anlagenteile
Auch eine drohende Betriebsinsolvenz kann Anlass zur Industriedemontage sein. Dabei bauen Fachfirmen nicht mehr benötigte Maschinen oder Anlagenteile ab, um diese zu verkaufen. Das bringt Geld in die Kassen und hilft, Krisenzeiten zu überstehen.
Spezielle Kenntnisse und Erfahrung vorausgesetzt
Ganz gleich, ob es um große Bauwerke wie Windräder oder um kleine Maschinen und Anlagen wie Brennstofftanks geht: Wer die Industriedemontage als Firma anbietet, muss besondere Voraussetzungen erfüllen. So sind Schulungen, Qualifizierungen oder Zertifikate erforderlich, um fachgerecht mit den teilweise giftigen Materialien umzugehen und Umweltschäden auszuschließen.
Übliche Ziele: Platz schaffen, entsorgen, verlegen oder verkaufen
Das häufigste Ziel der Industriedemontage ist es, Platz für Neues zu schaffen. Dazu lassen Anlagenbetreiber Maschinen, Anlagen oder Produktionsstrecken abbauen und entsorgen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anlässe für Demontagearbeiten. So kann es sein, dass Firmen Produktionsanlagen zu einem anderen Standort verlegen. Nötig ist das zum Beispiel bei einem Umzug, einem Neubau oder dann, wenn sich Firmen zusammenschließen. Sind die vorhandenen Anlagenteile noch intakt, gibt es mit dem Verkauf zudem eine interessante Alternative zur Entsorgung. Dabei lassen sich ganze Anlagen oder einzelne Bestandteile verkaufen und an anderer Stelle weiterverwenden.
Leistungen der Industriedemontage: Was lässt sich zurückbauen?
Angefangen bei großen Motoren über Förderanlagen und Brennstofftanks bis zu ganzen Lagerhallen: Für die Industriedemontage gibt es in der Praxis nahezu keine Grenzen. Wann die Leistung für Sie infrage kommt, zeigt die folgende Übersicht.
| Anwendung | Beschreibung |
|---|---|
| Behälter | Demontage und fachgerechte Entsorgung metallischer Behälter aus verschiedensten Einsatzgebieten (auch Chemikalien- oder Säure-Behälter) |
| Dächer und Überdachungen aus Metall | Abriss, Zerkleinerung und Entsorgung metallischer Dächer und Überdächer |
| Aufzüge | Abbau, Entsorgung oder Verlegung von Aufzügen und Liften aus dem industriellen Bereich |
| Filteranlagen | Abbau und Entsorgung von Filtern aus Reinigungsstrecken oder Lüftungsanlagen |
| Förderanlagen | Rückbau, Demontage und Entsorgung oder Verlegung von Förderanlagen wie Förderbändern oder Hebeanlagen |
| Gebäude aus Metall | Abriss, Zerkleinerung und Entsorgung von Hallen, Lagern, Schuppen oder Gebäuden aus Metall |
| Galvanikanlagen | Abbau, fachgerechte Entsorgung oder Verlegung von Maschinen der Galvanotechnik oder ganzer Galvanikanlagen |
| Hallen aus Metall | Abriss, Zerkleinerung und Entsorgung metallischer Hallen und Lagergebäude |
| Heizungsanlagen | Demontage und Verlegung oder Entsorgung von Heizkesseln, Rohrleitungen, Speichern, Pumpen, Armaturen oder ganzer Heizungsanlagen |
| Kälteanlagen | Fachgerechter Rückbau, Entsorgung und Recycling mit Kältemittel oder Kaltwasser befüllter Kälteanlagen |
| Klimaanlagen | Fachgerechte Demontage, Verlegung oder Entsorgung von Klimaanlagen mit Kältemittelfüllung |
| Lüftungsanlagen | Abbau, Entsorgung oder Verlegung von Lüftungsanlagen sowie einzelner Bestandteile (Lüftungszentralen, Blechkanäle, Einbauteile, Luftdurchlässe) |
| Maschinen | Rückbau, Entsorgung oder Verlegung von Maschinen aus Verarbeitung oder Produktion |
| Produktionsanlagen | Demontage kompletter Produktionsanlagen zur Entsorgung oder zur Verlegung an einen anderen Standort |
| Rampen | Abbau, Zerkleinerung und Entsorgung von Rampen aus metallischen Werkstoffen |
| Industriekamine | Abriss und Entsorgung großer metallischer Industriekamine (Schlote) |
| Metallschrott | Abholung, Zerkleinerung und fachgerechte Entsorgung von Metallschrott |
| Stahlhallen | Abriss, Zerkleinerung und Entsorgung von Hallen aus Stahl |
| Tanks und Tankanlagen | Entleerung, Reinigung, Zerkleinerung und Entsorgung von Brennstofftanks (Außen-, Erd-, Batterie- und kellergeschweißte Tanks) sowie Tanks für andere Medien inkl. fachgerechter Entsorgung von Peripherie und Ölschlämmen |
| Industrieanlagen | Industriedemontage metallischer Anlagen, Bauwerke oder Maschinen im Allgemeinen |
Zusammenfassend gilt: Immer dann, wenn Sie Maschinen, Anlagen oder Gebäude aus Metall beseitigen möchten, können Sie eine Industriedemontage-Firma damit beauftragen. Möchten Sie die abgebauten Maschinen, Anlagen oder Komponenten nicht an anderer Stelle weiterverwenden, kümmern sich die Fachleute um die fachgerechte Entsorgung. Sie führen die Reste der Weiterverwertung oder dem Recycling zu oder veräußern Maschinen, Anlagen sowie Komponenten, wenn diese noch nutzbar sind und der Verkauf zulässig ist.
Schritt für Schritt: Von der Analyse bis zum besenreinen Bauplatz
Steht bei Ihnen eine Industriedemontage an, sind viele Punkte zu beachten – von der passenden Trennmethode über einen günstigen Zeitplan bis hin zu eventuell erforderlichen Genehmigungen. Erfahrene Betriebe kümmern sich fachgerecht um das gesamte Vorhaben. Wie sie dabei vorgehen, zeigt der folgende Ablauf Schritt für Schritt.
Analyse und Bestandsaufnahme
Im ersten Schritt verschaffen sich Industriedemontage-Firmen einen Überblick über den Auftrag. Sie analysieren die Anlage vor Ort und besprechen die wichtigsten Randbedingungen. Dazu gehören Punkte wie die Verwertung der demontierten Anlagen oder die Zeiten, zu denen sich Arbeiten am günstigsten durchführen lassen.
Angebot und Vergleich
Haben sich die Fachfirmen einen Überblick über den Auftragsumfang verschafft, kalkulieren sie die Kosten und erstellen ein Angebot für die besprochenen Leistungen. Sie können mehrere Angebote vergleichen. Entscheiden Sie sich dabei aber nicht direkt für das günstigste, sondern achten Sie auf die angebotenen Leistungen. Oft sind es Besonderheiten wie Nachtarbeit oder eine zeitnahe Umsetzung, durch die auch ein kostenintensiveres Angebot lukrativer sein kann.
Planung und Genehmigungen
Nehmen Sie das Angebot an, geht es an die Planung. Fachfirmen erstellen Ablauf-, Zeit- sowie Arbeitspläne und stellen damit sicher, dass sie den Auftrag reibungslos abwickeln können. Im gleichen Zuge kümmern sich erfahrene Betriebe darum, erforderliche Genehmigungen einzuholen, sofern diese nötig sind.
Durchführung der Demontage
Ist die Planung abgeschlossen, geht es an die Industriedemontage. Fachfirmen bauen Maschinen, Apparate, Behälter oder Anlagen ab. Sie lagern die Bestandteile bei Bedarf vor Ort zwischen und kümmern sich anschließend um die fachgerechte Entsorgung, Verlegung oder Veräußerung der Komponenten. Günstig ist es, wenn Betriebe selbst über die nötige Fahrzeugflotte verfügen, um die Aufträge unabhängig von Dritten abzuwickeln. Das schafft Sicherheit, spart Zeit und reduziert oft auch die Kosten.
Übergabe und Nachweise
Sind alle Arbeiten abgeschlossen, kommt es zur Übergabe. Sie prüfen den Bauplatz und nehmen eine besenreine Baustelle ab. Zudem erhalten Sie sämtliche Abfall- und Entsorgungsnachweise, sofern diese erforderlich sind.
Verfahren bei der Industriedemontage: Sägen, Schneiden, Knabbern
Abhängig vom Auftrag und von den zu entsorgenden Materialien kommen bei der Industriedemontage verschiedene Verfahren zum Einsatz. Grundsätzlich lassen sich mechanische und thermische Trennverfahren unterscheiden. Zu den mechanischen gehören:
- Schrauben: Die einfachste Lösung der Demontage. Dabei lösen Fachkräfte Bolzen oder Muttern, um Maschinen, Anlagen oder Komponenten zurückzubauen.
- Scheren: Blechscheren zerkleinern und zerteilen vor allem dünne Metalle. Mit Tisch- oder Alligatorscheren lassen sich aber auch stärkere Werkstücke an einem zentralen Arbeitsort trennen.
- Sägen: Mit Band-, Kreis- oder Metallsägen lassen sich dünne Metalle einfach trennen. Infrage kommt auch das Zerkleinern mit Winkelschleifern. Da dabei Funken entstehen, eignet sich das Verfahren nicht für alle Einsatzbereiche.
- Stanzen (Knabbern): Mit einem sogenannten Knabber (auch Nibbler) trennen Fachhandwerker Metalle. Die Werkzeuge arbeiten wie Stanzen, wobei ein Teller ein Schneidwerkzeug in das Material drückt. Von Vorteil ist die große Flexibilität, mit der sich selbst starke Metalle mit Handgeräten trennen lassen. Zudem bleiben Formveränderungen wie ein Verziehen aus.
Neben den mechanischen Verfahren kommen in vielen Bereichen auch thermische Trennverfahren infrage. Dazu gehören:
- Brennschneiden: Dieses Verfahren eignet sich vor allem bei niedrig- und unlegierten Stählen. Eine Brenngas-Sauerstoff-Flamme bringt das Metall örtlich auf Zündtemperatur, der Schneidsauerstoffstrahl bläst Oxide und Metallschmelze aus und es entsteht eine Schnittfuge. Neben Sauerstoff werden Propan oder Acetylen benötigt. Propangas ist günstiger, führt aber zu längeren Bearbeitungszeiten; das teurere Acetylen heizt Metalle schneller auf, wodurch Trennvorgänge schneller ablaufen.
- Lichtbogenschneiden: Hierbei entsteht ein elektrischer Lichtbogen mit über 4.000 °C zwischen Elektrode und Werkstück. Das Material schmilzt lokal, bevor es von einem Gasstrom (Druckluft oder Argon) ausgeblasen wird. Das Verfahren kommt zur thermischen Trennung leitfähiger Metalle infrage.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Spezialverfahren, etwa die Sprengdemontage sowie die kryogene Demontage. Während der Rückbau bei der Sprengdemontage mit Explosionen erfolgt, geht es bei der kryogenen Demontage darum, Werkstücke lokal stark abzukühlen und das Material zu verspröden.
Qualifikationen und Nachweise: Darauf sollten Sie achten
Nicht jeder Betrieb darf jede Industriedemontage durchführen. In vielen Fällen sind spezielle Qualifikationen oder Zertifikate erforderlich. Lassen Sie sich diese vor der Auftragserteilung unbedingt nachweisen. Ohne die passenden Befugnisse ist es häufig nicht möglich, die benötigten Entsorgungs- und Abfallnachweise auszustellen. Fehlen diese, kann das im Nachgang zu Problemen mit Behörden führen und hohe Folgekosten für Sachverständige und zusätzliche Prüfungen nach sich ziehen.
Welche Qualifikationen erforderlich sind, richtet sich nach dem Tätigkeitsbereich, den Sicherheitsanforderungen und den gesetzlichen Vorgaben. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Schwerpunkte.
| Schwerpunkt | Qualifikationen und Nachweise |
|---|---|
| Sicherheit und Arbeitsschutz | Arbeitssicherheitszertifikate, Brand- und Explosionsschutzschulungen, Erste-Hilfe- und Notfallmanagement, Schulungen zur persönlichen Schutzausrüstung |
| Fachspezifische Qualifikationen | Schweißzertifikate für thermische Trennverfahren, Sachkunde für die Schadstoffsanierung (etwa Asbest oder künstliche Mineralfasern), Sprengbefähigung für die Sprengdemontage sowie Nachweise für Arbeiten an Behältern und Rohrleitungen |
| Maschinen- und Geräteschulungen | Kranführerberechtigung (etwa für Mobil- und Brückenkrane), Staplerschein und Hubarbeitsbühnenberechtigung, Zertifikate für Bagger und Abrissmaschinen |
| Umwelt und Entsorgung | Berechtigungen für Entsorgung und Recycling, Gefahrgutbeauftragte für den Transport gefährlicher Stoffe, Fachkunde für Arbeiten in kontaminierten Bereichen sowie zur Sanierung von Gebäudeschadstoffen |
| Baustellen- und Projektmanagement | Bauleiter- oder Projektmanagementqualifikationen für die Steuerung komplexer Demontageprojekte |
Die Nachweise gewährleisten fachgerechte, sichere und umweltbewusste Demontagearbeiten und sind in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben. Wir empfehlen, nur Industriedemontage-Firmen mit entsprechenden Nachweisen zu beauftragen.
Gesetzlicher Rahmen und fachgerechte Entsorgung in Österreich
Bei der Industriedemontage geht es fast immer um den Umgang mit Materialien, die fachgerecht getrennt, verwertet oder entsorgt werden müssen. Damit dabei keine Gefahr für Mensch und Umwelt entsteht, gelten in Österreich klare Regeln. Maßgeblich sind je nach Vorhaben unter anderem:
- das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG 2002) für die Sammlung, Behandlung und Entsorgung der anfallenden Materialien
- das Wasserrechtsgesetz (WRG) beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, etwa bei der Demontage von Tankanlagen
- die Gewerbeordnung und das Betriebsanlagenrecht, insbesondere die Betriebsbewilligung der Anlage
- die einschlägigen ÖNORMEN für Rückbau, Trennung und Prüfung
- bei einer möglichen Bodenkontamination die Vorgaben des Altlastensanierungsgesetzes (ALSAG)
Anfallende Materialien dürfen nur über befugte Sammler und Behandler entsorgt werden. Verwertbare Metalle und Bestandteile werden dem Recycling zugeführt, gefährliche Rückstände fachgerecht behandelt. Über den ordnungsgemäßen Verbleib erhalten Sie als Auftraggeber die entsprechenden Abfallnachweise, die Sie bei Bedarf gegenüber der zuständigen Behörde vorlegen können.
Erfahrene Fachbetriebe finden: Worauf es ankommt
Eine gute Firma verfügt über aussagekräftige Referenzen und beweist bereits beim ersten Gespräch ein hohes Maß an Kompetenz. Sie besitzt die individuell benötigten Zertifikate und Qualifikationen und orientiert sich bei der Industriedemontage an Ihren Bedürfnissen. So führen erfahrene Betriebe Arbeiten etwa nachts oder am Wochenende durch, um Ihre Produktionsabläufe nicht oder zumindest so wenig wie möglich zu stören.
Ob Entsorgung, Verlegung oder Verkauf: In jedem Fall gehört die Industriedemontage in die Hände eines qualifizierten, befugten Fachbetriebs. Da viele Betriebe überregional arbeiten, lohnt sich der Blick über den eigenen Umkreis hinaus – von Wien über Graz und Linz bis in alle 9 Bundesländer.