Heizöltank austauschen: Aus diesen Gründen wird es nötig
Wie lange ein Heizöltank hält, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Sind diese günstig, lässt sich Heizöl über 30 Jahre in denselben Behältern lagern. In anderen Fällen kann es nötig sein, den Heizöltank früher erneuern oder gar wechseln zu lassen – etwa bei offensichtlichen Schäden oder geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Gleiches gilt übrigens auch für Benzin- und Dieseltanks.
Fünf Anzeichen dafür, dass Sie den Öltank erneuern müssen
Viele Anlagenbetreiber sind unsicher, wann sie den Heizöltank wechseln müssen. Auch ohne unmittelbare Pflicht können eindeutige Anzeichen dafür sprechen. Dazu gehören Korrosionserscheinungen an Stahltanks. Kommt es zu deutlichen Verformungen, müssen Sie hingegen einen Heizöltank aus Kunststoff austauschen. Die folgende Übersicht fasst fünf Warnzeichen zusammen:
- An Stahltanks finden sich deutlich sichtbare Korrosionserscheinungen.
- Der Bodenbereich der Tanks ist wie bei Elefantenfüßen ausgebuchtet.
- Der Behälter hat nicht mehr seine Urform und das Oberteil ist abgesenkt.
- Die Wandungen des Brennstofftanks sind deutlich gedehnt oder verdreht.
- Die Außenwand von Kunststofftanks ist verfärbt oder bereits spröde.
An Stahltanks zeigen sich deutlich sichtbare Korrosionserscheinungen: Rostnarben, dunkle Flecken und abblätternde Stellen an der Wandung.
Der Bodenbereich buchtet wie bei Elefantenfüßen nach außen aus – das Material gibt unter der Last des Heizöls dauerhaft nach.
Der Behälter hat nicht mehr seine Urform: Das Oberteil ist sichtbar abgesenkt.
Die Wandungen des Brennstofftanks sind deutlich gedehnt oder verdreht – die Stabilität ist nicht mehr gewährleistet.
Die Außenwand von Kunststofftanks ist verfärbt oder bereits spröde – feine Risse kündigen Leckagen an.
All das sind Anzeichen dafür, dass die Tankanlage den Brennstoff nicht mehr sicher bevorraten kann. Das Risiko von Leckagen steigt und Sie sollten den Heizöltank austauschen.
Wann der Heizöltank-Austausch in Österreich Pflicht ist
Stellt eine fachkundige Stelle fest, dass der Zustand der Anlage nicht mehr den Vorgaben entspricht, wird das Erneuern zur Pflicht. Ähnlich verhält es sich bei Anlagen in besonders sensiblen Lagen wie Hochwasser- oder Wasserschutzgebieten sowie beim Betrieb sehr alter Ölheizungen. Ob eine Austausch- oder Nachrüstpflicht besteht, ergibt sich in Österreich aus dem Wasserrechtsgesetz (WRG), den einschlägigen ÖNORMEN, den ÖVGW-Richtlinien sowie den Bauordnungen der Länder – verbindlich sind stets die Vorgaben Ihres Bundeslandes.
- Hochwasser- und Wasserschutzgebiete: Zum Schutz der Gewässer müssen Betreiber in ausgewiesenen Überschwemmungs-, Schon- und Schutzgebieten für eine hochwassersichere Heizöllagerung sorgen. Häufig ist dazu der Aufstellraum abzudichten oder der Öltank zu erneuern.
- Alter der Anlage und Heizungstausch: Landesrechtliche Vorgaben und Bauordnungen können bei sehr alten Kesseln einen Austausch oder Heizungstausch verlangen. Dabei lohnt es sich oft, auch den Öltank gleich mit auszutauschen.
Ob Ihr Standort in einem Überschwemmungs-, Schon- oder Schutzgebiet liegt, zeigen spezielle Gefahren- und Zonenkarten der Länder. Zu einer konkreten Austausch- oder Prüfpflicht gibt Ihnen die zuständige Wasserrechtsbehörde – die Bezirkshauptmannschaft bzw. der Magistrat – oder ein Tankschutz-Fachbetrieb verbindlich Auskunft.
In einigen Fällen reicht es aus, den Öltank reinigen zu lassen
Ist die Anlage intakt und besteht keine Austausch- oder Nachrüstpflicht, sollten Sie den Heizöltank zumindest regelmäßig reinigen lassen. Nötig ist das etwa alle 5 bis 10 Jahre, abhängig vom Zustand des Lagerbehälters. Dass eine Reinigung ansteht, erkennen Sie an folgenden Anzeichen:
- Es hat sich viel Schlamm im Heizöltank gesammelt.
- Es kommt regelmäßig zu Störungen durch verstopfte Filter.
- Am Stahltank stehen Wartungsarbeiten zum Korrosionsschutz an.
Darüber hinaus empfehlen Fachleute die Reinigung auch dann, wenn Sie den Behälter gründlich prüfen oder die Ölheizung schonen wollen. Ob im Einzelfall eine Reinigung genügt oder ein Austausch nötig ist, klärt am besten ein befugter Tankschutzbetrieb.
Bei Wartungsarbeiten den Zustand der Öltankanlage prüfen
„Ich habe einen Öltank – wann muss ich diesen austauschen?“ Können Sie diese Frage nicht eindeutig beantworten, empfehlen wir den Kontakt zu einer Tankschutzfirma oder einer fachkundigen Stelle aus Ihrer Region. Die Fachleute kennen die gesetzlichen Rahmenbedingungen und geben anhand des Anlagenzustands eine fundierte Antwort.
Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist es sinnvoll, die Anlage regelmäßig warten und wiederkehrend prüfen zu lassen. In Österreich ergeben sich solche Prüfpflichten aus dem Wasserrechtsgesetz (WRG) und den einschlägigen ÖNORMEN. Ob und in welchem Intervall eine wiederkehrende Prüfung fällig ist, hängt von Bauart, Größe, Standort und der Menge des gelagerten Heizöls ab.
Ratsam ist es zusätzlich, spätestens alle drei Monate selbst nach dem Rechten zu sehen. Im Rahmen dieser „kleinen Wartung“ unterziehen Sie Tank, Leitungen und Armaturen einer Sichtprüfung. Kommen dabei Mängel oder Probleme zum Vorschein, unterstützen Heizungsbauer oder Tankschutzfirmen.
Bei einer Tankschutzfirma handelt es sich um einen befugten Fachbetrieb mit entsprechender Gewerbeberechtigung, der nach WRG, Gewerbeordnung und den einschlägigen ÖNORMEN arbeitet. Lassen Sie sich die Befugnis vor der Beauftragung zeigen, wenn Sie hinsichtlich der Qualifikation unsicher sind.
Nachrüstpflichten und Umstellung von Zweistrang-Systemen
Um Gewässer vor Ölresten zu schützen, sehen die gesetzlichen Vorgaben und die einschlägigen ÖNORMEN auch Nachrüstpflichten für ältere Anlagen vor. Ob Sie einen Heizöltank erneuern, ergänzen oder Bauteile nachrüsten müssen, hängt vom Zustand und der Bauart Ihrer Anlage ab. Häufige Nachrüstungen an bestehenden Heizölverbraucheranlagen sind:
- Leckschutzauskleidung (Tankinnenhülle) und Leckanzeiger bei einwandigen, unterirdischen Tanks nachrüsten
- Leckageerkennung in Auffangräumen ergänzen, wenn diese bei mehrreihiger Aufstellung nicht einsehbar sind
- Füllstandmessgerät nachrüsten, sofern der Füllstand nicht durch eine transparente Wandung sichtbar ist
- Lüftungsleitung und Füllstutzen so verlegen, dass sie gemeinsam beobachtet werden können
- Sicherheitseinrichtungen gegen Überdruck sowie Rückhaltungen an Kunststoff-/GFK-Tanks ergänzen
- Auffangräume auf das vorgeschriebene Rückhaltevolumen ertüchtigen
Besteht die Gefahr des sogenannten Ausheberns – der Tank läuft bei einer Undichtigkeit aus, weil die tiefste Stelle der Ölleitung unter der maximalen Füllhöhe liegt –, ist die Anlage entsprechend zu ertüchtigen. In diesem Fall müssen Sie den Öltank erneuern oder ein Antiheberventil nachrüsten lassen.
Umstellung auf ein Einstrang-System ist zu empfehlen
Keine allgemeine Pflicht, aber sehr zu empfehlen ist es, am Öltank die Leitungen erneuern zu lassen – konkret die Umstellung vom früher üblichen Zweistrang-System auf ein modernes Einstrang-System. Während beim Zweistrang-System große Mengen Öl zum Kessel und teilweise wieder zurück zum Tank strömen, entfällt der Rücklauf heute. Das hat mehrere Vorteile:
- Es strömt weniger Heizöl durch die Leitungen und das Gefahrenpotenzial sinkt.
- Bei Leckagen saugt die Anlage Luft und geht auf Störung – die Sicherheit steigt.
- Die Anlage wälzt weniger Öl um, wodurch der Brennstoff langsamer altert.
- Es bilden sich weniger Rückstände und der Brenner arbeitet zuverlässiger.
Beim Austausch des Heizöltanks werden die Leitungen ohnehin im Einstrang-System neu verlegt. Im Bestand besteht meist nur eine Empfehlung zur Nachrüstung. Wichtig ist, dass Fachhandwerker die Leitungen frostfrei verlegen und nicht mehr benötigte Rücklaufleitungen fachgerecht stilllegen.
Heizöltank austauschen: Ein befugter Fachbetrieb ist Pflicht
Müssen Sie den Heizöltank austauschen oder erneuern, empfehlen wir immer die Beauftragung einer befugten Tankschutzfirma. Diese führt die Arbeiten fachgerecht durch und stellt sicher, dass keine Brennstoffreste in die Umwelt gelangen. Passiert das und Sie haben selbst am Tank gearbeitet, drohen erhebliche Strafen und Folgekosten.
In Österreich dürfen sicherheitsrelevante Arbeiten an Tankanlagen – Errichten, Warten, Reinigen, Erneuern oder Stilllegen – nur befugte Fachbetriebe des Tankschutzes ausführen. Diese verfügen über die entsprechende Gewerbeberechtigung und arbeiten nach dem Wasserrechtsgesetz (WRG), der Gewerbeordnung und den einschlägigen ÖNORMEN. Besonders streng sind die Vorgaben in diesen Fällen:
- bei allen erdverlegten (unterirdischen) Anlagen, wenn Sie den Öltank erneuern oder austauschen
- bei allen Heizölverbraucheranlagen zur Speicherung größerer Heizölmengen
- bei Anlagen in Wasserschutz- und Schongebieten
Einen alten Öltank erneuern: Der Ablauf Schritt für Schritt
Wollen Sie den Heizöltank austauschen, sollte ein befugter Tankschutzbetrieb die Arbeiten durchführen. Die Fachleute nehmen zunächst die örtlichen Gegebenheiten auf, erstellen einen Plan und kümmern sich anschließend um die Ausführung. Die einzelnen Arbeitsschritte laufen in der Regel so ab:
1. Altes Heizöl entfernen
Im ersten Schritt pumpen die Fachfirmen das Heizöl ab. Sie lagern es in mobilen Tanks und füllen es bei entsprechender Eignung in den neuen Tank ein. Wollen Sie den Heizöltank entsorgen und auf eine andere Heizungsart wechseln, lässt sich das restliche Heizöl weitergeben oder – je nach Zustand – an den Fachbetrieb verkaufen. Sehr altes Heizöl führen die Betriebe hingegen der Entsorgung zu.
2. Tank fachgerecht reinigen
Im nächsten Schritt pumpen die Fachbetriebe die Ablagerungen aus dem alten Tankbehälter ab. Sie reinigen die Anlage von innen und entfernen sämtliche Ölreste. Haben Sie nur eine Reinigung beauftragt, sind die Arbeiten an dieser Stelle abgeschlossen.
3. Heizöl-Leitungen trennen
Sind die Tanks leer, entfernen die Fachleute die Leitungen zwischen Tank und Kessel. Je nach Zustand und Art lassen sich diese anschließend erneuern und weiterverwenden oder fachgerecht entsorgen. Ist der Vorratsbehälter für den Abtransport zu groß, wird er zusätzlich zerkleinert.
4. Entsorgung der Bauteile
Anschließend führen die Tankschutzbetriebe die demontierten Bauteile der fachgerechten Entsorgung zu. Sie stellen sicher, dass kein Heizöl ausgelaufen ist, und dokumentieren das mit einer Bescheinigung. Bei einigen Anlagen ist nach dem Austausch zusätzlich eine Begutachtung durch eine fachkundige Stelle erforderlich.
5. Neuen Tank einbauen (optional)
Sind die Entsorgungsarbeiten abgeschlossen, folgt die Neuinstallation. Hier bauen die Fachbetriebe einen neuen Heizöltank ein – meist Batterietanks aus mehreren verbundenen Behältern, die sich in vielen Fällen problemlos durch das Haus in den Aufstellraum transportieren lassen. Entscheiden Sie sich hingegen für einen Heizungstausch, kommen etwa Wärmepumpen, Pellet- oder Fernwärmeanschlüsse infrage. Welche Technik am besten zu Ihrem Haus passt, klärt eine individuelle Beratung durch eine Energieberaterin oder einen Energieberater.
Wichtig zu wissen ist, dass der Austausch, die wesentliche Erneuerung, die Stilllegung oder die Demontage einer Tankanlage der zuständigen Wasserrechtsbehörde zu melden sein kann. Bei erdverlegten Anlagen sowie bei größeren Tanks und Anlagen in Schutzgebieten ist zudem häufig eine Prüfung durch eine fachkundige Stelle vorgeschrieben. Welche Meldepflichten und Fristen konkret gelten, erfahren Sie bei der Bezirkshauptmannschaft bzw. beim Magistrat.
Der Austausch eines Heizöltanks im Video
Wie der Austausch eines Heizöltanks in der Praxis abläuft, zeigt das folgende Video anschaulich – von der Demontage des alten Behälters bis zum Einbau des neuen Tanks. Aus Datenschutzgründen wird das Video erst nach einem Klick geladen; vorher werden keine Daten an YouTube übertragen.
Welcher neue Tank passt? Die gängigen Tankarten
Steht der Einbau eines neuen Heizöltanks an, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Bauarten. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Platzangebot, Aufstellort und gewünschtem Lagervolumen ab. Die gängigsten Varianten im Überblick:
- Batterietanks aus Kunststoff: mehrere miteinander verbundene Behälter, platzsparend und leicht durch das Haus zu transportieren – die häufigste Lösung für Ein- und Zweifamilienhäuser.
- Doppelwandige Stahltanks: robust und mit integriertem Leckschutz, gut geeignet für größere Lagermengen und höhere Sicherheitsanforderungen.
- Kunststofftanks mit Auffangraum: einwandige Behälter, die in einem flüssigkeitsdichten Auffangraum stehen und so vor Leckagen schützen.
- Erdtanks (unterirdisch): sparen Platz im Gebäude, unterliegen aber strengeren Prüf- und Nachrüstpflichten und sollten stets doppelwandig oder mit Leckanzeige ausgeführt sein.
Kompakte Tanksysteme mit variablen Lagervolumen von rund 700 bis 10.000 Litern bieten für nahezu jeden Bedarf die passende Lösung. Welche Bauart und welches Volumen für Ihre Anlage sinnvoll sind, klärt der Fachbetrieb im Zuge der Planung.
Heizöltank austauschen: Typische Kosten im Überblick
Wie viel der Austausch oder die Erneuerung des Heizöltanks kostet, lässt sich nicht pauschal beziffern. Die Preise variieren je nach Region und hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Wichtige Einflussfaktoren sind Größe, Art, Einbaulage und Füllstand der Tankanlage. Die folgende Tabelle nennt Richtwerte.
| Leistung | Richtwert |
|---|---|
| Altes Heizöl abpumpen | 150–350 € pro angef. 1.000 Liter |
| Öltank reinigen lassen | 250–750 € |
| Tankanlage entsorgen (oberirdisch) | 750–1.500 € |
| Tankanlage entsorgen (unterirdisch) | 1.500–4.500 € |
| Neuen Tank einbauen | 1.000–7.500 € |
| Heizöltank wechseln (komplett) | 1.750–5.000 € |
| Öltank-Leitungen erneuern | nach Angebot |
Die tatsächlichen Kosten hängen sehr stark von der Region und den örtlichen Gegebenheiten ab. Eine verlässliche Preisauskunft erhalten Sie daher nur mit dem individuellen Angebot einer Tankschutzfirma. Einen genaueren Überblick gibt unsere Seite Kosten und Förderungen.
Heizöltank austauschen und Förderungen nutzen
Was viele nicht wissen: Wer den Heizöltank austauscht und auf eine umweltfreundliche Heizung umsteigt, kann in Österreich verschiedene Förderungen nutzen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Anlaufstellen.
- „Raus aus Öl und Gas“ (Bundesförderung): Der Bund unterstützt den Umstieg von einer Öl- oder Gasheizung auf ein klimafreundliches Heizsystem. Die Förderung wird über die zuständige Abwicklungsstelle beantragt.
- Wohnbau- und Landesförderungen: Zusätzlich fördern die Bundesländer den Heizungstausch und energetische Sanierungen über ihre jeweiligen Wohnbauförderungen. Umfang und Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bundesland.
- klimaaktiv und Umweltförderung im Inland: Über das Programm klimaaktiv sowie die von der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) abgewickelte Umweltförderung im Inland lassen sich weitere Maßnahmen unterstützen.
Konkrete Förderhöhen und Bedingungen ändern sich regelmäßig und unterscheiden sich je nach Bundesland und Programm. Aktuelle und verbindliche Angaben erhalten Sie bei der jeweiligen Förderstelle. Gerne unterstützen wir Sie über unser Anfrageformular dabei, den passenden Fachbetrieb für Ihren Tankaustausch zu finden.